10.10.11

Was würdest du tun? Part 1

Es ist verdammt kalt und dunkel. Dazu weht dieser verfluchte Wind.
Ich hocke mich auf den Boden und versuche ihn mit meinem ganzen Körper
abzuschirmen um dieses Streichholz anzubekommen.
 Nach etlichen Versuchen brennt es endlich. Ich halte es an die Zigarette und nehme einen tiefen Zug.
Verdammtes Wetter. Ich stehe wahrscheinlich da wie in so einem kitschigen
Film, an einer Brücke und blicke in die Weite des Kanals. Die Lichter der Häusern spiegeln sich in ihm. 
Ich setzte eine nachdenkliche Miene auf und tue, als wär ich gedankenverloren. 
Die Haare fliegen mir ins Gesicht. Ich laufe dem Gelände entlang weiter. 
Niemand läuft hier Abends lang, außer Proleten die wichtigtuerisch in der Gegend rumgrölen.
Aber jedenfalls niemand den ich kenne.
Ich nähere mich dem Ende der Brücke und des Geländes, welches ein Tor ziert.
Erstaunlicherweiße ist es offen. Ich bleibe stehen und sehe misstrauisch in die Tiefe.
Es führt eine lange Steintreppe nach unten zum Kanal, dessen Wasser
nervös vom Wind geschaukelt wird. Das Ufer wird
von dichtstehenden Büschen und Bäumen gesäumt. Mehr kann man nicht erkennen.
Ich steige eine Stufe hinab, eine weitere, noch eine.
Was wird mich am Ende erwarten?
Werde ich von hungrigen Junkies angesprungen oder lauern dort gar
Perverse, Dealer, Verrückte, die auf ein Opfer wie mich nur warten?
Oder sind das alles nur Schrecken und Gestalten meiner Phantasie?
Auf der einen Seite ist da diese Angst vor dem Ungewissen und Unerforschtem und auf der anderen
jugendliche, naive Neugier und das Verlangen nach Abenteuer.
Was würdet ihr tun, würdet ihr hinabsteigen?

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